Esel-Initiative: Transporthilfe für allein erziehende Frauen in Eritrea

eselinitiative4.jpgEsel am GEÜ?  Seit dem Sommer 2003 gibt es am GEÜ eine Gruppe von SchülerInnen der aktuellen Jahrgangsstufen 11 und 12, die im Rahmen des UNESCO-Gedankens die Esel-Initiative e. V. unterstützt. Dieser Verein wurde im Sommer 1995 in Bonn gegründet und hat sich zum Ziel gesetzt, besonders notleidende und allein erziehende Frauen in Eritrea von der Schwerstarbeit des Wasserschleppens zu entlasten und ihnen in Form eines Esels eine Starthilfe zum Aufbau eines bescheidenen Wohlstandes zu geben: genug Wasser, Brennholz zum Kochen, drei Mahlzeiten am Tag, Schule für die Kinder. Eine Eselin plus Wasserbehälter kostet 90 Euro.eselinitiative3.jpg Mit viel Enthusiasmus und Engagement starteten die Schülerinnen und Schüler am Tag der offenen Tür im November ihre erste Sammelaktion: Sie organisierten eine große Tombola, backten Esel-Plätzchen, bastelten Esels-Ohren und informierten über das Projekt. Das Ergebnis: 450 Euro können an die Frauenunion in Asmara überwiesen werden. Die SchülerInnen freuen sich darauf, mit vielen weiteren Ideen diese Arbeit fortzusetzen, z. B. in Form eines Aktions-Wasser-parcours sowie durch die Einladung von Frau Beate Christmann, der Gründerin der Initiative, am UNESCO-Projekttag im April.

Lange/Winkler-Zimmermann (aus creactiv! 2 2003/2004)


Kurzbeschreibung des Projekts

Die Esel-Initiative e.V. hat sich im Sommer 1995 gegründet, um besonders notleidende alleinerziehende Frauen in Eritrea von der Schwerstarbeit des Wasserschleppens zu entlasten und ihnen eine Starthilfe zu geben. Kooperationspartner ist die Nationale Eritreische Frauenunion (NUEW oder: Hamade), eine halbstaatliche Organisation vor allem ehemaliger Kämpferinnen. Sie hat selbst in den kleinsten Orten noch Ansprechpartnerinnen.

1996 begann die Eselverteilung in der Westprovinz Gash-Barka, im Frühjahr 1998 wurde sie auf die gebirgige Nordprovinz Sahel ausgedehnt, während des Krieges (Mai 1998 bis Juni 2000) auch auf die südliche Red Sea Provinz und auf das Hochland südlich von Asmara. Jetzt konzentrieren wir uns wieder auf Gash-Barka und die Bergregionen in Anseba und der Nördlichen Red Sea Province.

Die Esel-Initiative überweist alle Spenden in voller Höhe an die Frauenunion in Asmara. Ausgaben für Porto, Infomaterial etc. werden mit Mitgliedsbeiträgen und Spenden des Vorstands finanziert. Die NUEW verwendet das Geld ausschließlich für die Vergabe von Eseln an besonders arme, alleinerziehende Frauen und - ab Sommer 2004: für Reitesel als Hebammentaxis. Die Esel werden verschenkt.

Die alleinerziehenden Frauen erhalten weibliche Tiere, damit sie selbst Nachwuchs aufziehen können. Mit der "Eselin" bekommt jede Frau einen 80-l-Wassercontainer aus Kautschuk. Ein Esel plus Wasserbehälter kostet ca. 90 Euro.

Nun haben Frauen, die in der Vergangenheit oft nicht mal ein Huhn besessen haben, einen Esel. Von der Aussicht beflügelt, sich mit dem Esel eine zuverlässige Einkommensquelle zu verschaffen, durchbrechen viele Eselempfängerinnen das traditionelle Rollengefüge: Sie machen sich selbständig, brechen in Männerdomänen ein, demonstrieren, daß alleinerziehende Frauen nicht zu Armut verdammt sind, sondern daß sie mit einer kleinen Starthilfe Wohlstand für ihre Familie erreichen können. Wohlstand, den sie so definieren: genug Wasser, Brennholz zum Kochen, drei Mahlzeiten am Tag, Schule für die Kinder, frei sein von der Angst, am nächsten Tag keine Arbeit zu finden. Der erste größere Wunsch, den sich die Frauen mit dem selbst erwirtschafteten Geld erfüllen, ist es vielfach, das Dach ihres Hauses auszubessern oder es neu zu decken.

Haben die Frauen diesen bescheidenen Wohlstand erreicht und sich erholt, bauen viele Frauen sich ein gutes Haus und realisieren eigenständig Geschäftsideen. ... Der Esel bringt eine neue Rollenverteilung in die Familien: Wasserschleppen ist Aufgabe nur der Frauen und Mädchen, aber mit einem Esel gehen auch Jungen Wasser holen. Für die Töchter bedeutet das: mehr Zeit zu haben, zur Schule gehen zu können, vielleicht sogar mal Zeit zum Spielen zu haben.

Die Esel-Initiative ist ins Bonner Vereinsregister eingetragen und als gemeinnütziger Verein anerkannt. Für Spenden und für Mitgliedsbeiträge können wir seit Anfang 2000 selbst Spendenbescheinigungen ausstellen.

(Quelle:www.esel-initiative.de). Bitte besuchen Sie die ausführliche Homepage, um sich über dieses Projekt zu informieren.

 
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